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Die drei wichtigsten Komponenten für eine gerade Haltung

Wenn wir als Baby auf die Welt kommen, haben wir zunächst eine gerade Wirbelsäule.

Wenn wir anfangen den Kopf zu heben, entsteht die erste Krümmung im Nackenbereich durch die Entwicklung der Nackenmuskulatur.

Die Krümmung im Lendenwirbelbereich entwickelt sich wenn wir anfangen uns aufzurichten und das Laufen lernen. 

Die Doppel-S-Form der Wirbelsäule entsteht also durch die Entwicklung unserer Muskulatur und die Bewegungsmuster, die wir in unserer Kindheit erlernen. 

Durch ihren spezifischen Aufbau sorgt die Wirbelsäule gleichermaßen für Stabilität und Beweglichkeit.

Was sind nun die 3 wichtigsten Komponenten für eine gerade Haltung?

 

1. Richtig ausgerichtete Wirbel und Gelenke führen zu einer aufrechten Haltung

 

Unser Skelett ist die Basis unseres Körpers.

Vergleichen wir unser Skelett einmal mit dem Aufbau eines Zeltes.

Erst bauen Sie die Zeltstangen, also das Grundgerüst zusammen. Dabei müssen alle Stangen gerade aufrecht oder im richtigen Winkel zueinander stehen. Ist dies nicht der Fall haben wir von Grund auf ein schiefes Zelt.

Genauso verhält es sich mit unserem Skelett, dem Grundgerüst des menschlichen Körpers.

Sind beispielsweise unsere Füße oder Knie beeinträchtig hat dies Auswirkungen auf alle darüber liegenden Skelettstrukturen.

Bewegungseinschränkungen, Verschleißerscheinungen (Arthrose) und Schmerzzustände können die Folge sein.

 

2. Eine ausbalancierte Spannung der Faszien (Bindegewebe) unterstützt eine aufrechte Haltung

 

Wie der Name Bindegewebe bereits sagt, verbindet dieses Gewebe alle Strukturen unseres Körpers miteinander. Das Bindegewebe ist auch unter dem Begriff Faszien bekannt.

Die Faszien sind ein Netz, welches den gesamten Körper durchzieht. Es sorgt für eine gewisse Grundspannung und ist neben den Muskeln an der Kraftübertragung beteiligt.

 

In unserem Zelt-Beispiel könnte die Zeltplane einen Teil der Faszien darstellen, sie hält das Gerüst zusammen.

Jedoch davon alleine bleibt unser Zelt nicht stehen. 

Mit dem Spannen der Zeltschnüre bringen Sie nun Spannung auf die Zeltplane. Die Spannung sollte so verteilt sein, dass sie auf alle Schnüre gleich wirkt, sonst steht das Zelt schief oder fällt zu einer Seite zusammen. 

Ebenso verhält es sich in unserem Körper, verkleben die Faszien in einem Bereich und sind nicht mehr geschmeidig, verschieben sich die Spannungsverhältnisse und es kann zu Fehlhaltungen kommen.

 

3. Muskeln sorgen für ausgleichende Bewegungen

 

Aber wo sind nun die Muskeln?

Muskeln sind über die Sehnen mit den Knochen verbunden.

Da ein Zelt sich nicht bewegen soll, braucht es keine Muskeln.

Muskeln sind da, um Bewegungen auszuführen bzw. den Körper immer wieder gerade auszurichten.

Dies funktioniert auf zwei Wegen – unbewusste/unwillkürliche Muskelsteuerung und bewusste/willkürliche Muskelsteuerung. 

 

Die willkürliche Muskelsteuerung benutzen Sie, wenn Sie sich entscheiden ein Glas zu nehmen. Ihre Entscheidung zu handeln wird bewusst vom Gehirn auf die Muskulatur übertragen. Sie entscheiden also welche Bewegung Sie ausführen wollen.

Die unwillkürliche Steuerung passiert im Hintergrund. Jede kleinste Berührung oder Unebenheit wird von unserem Körper über Rezeptoren wahrgenommen und im Bruchteil von Millisekunden ausgeglichen ohne dass wir es bewusst feststellen.

 

Wenn Ihre Gelenke oder Wirbel nicht im richtigen Winkel zueinander stehen, versucht Ihr Körper diese Fehlstellung mit Muskelkraft zu kompensieren. Leider funktioniert dies nicht auf Dauer und Schmerzen kündigen eine permanente Überbelastung an.

Aber auch einseitig trainierte Muskeln können die Spannungsverhältnisse aus dem Gleichgewicht bringen und eine gerade Haltung rückt mehr und mehr in die Ferne.

Die beste gerade Haltung wird durch trainierte und entspannte Muskeln unterstützt.

 

Kann ich mit willentlicher Muskelkraft meine Haltung verbessern?

 

Kurzzeitig ja, weil Sie für einen Moment eine aufrechte Haltung im Sitzen und Stehen einnehmen können.

Das typische Bild, Brust raus, Bauch rein, Schultern nach hinten, Kopf nach hinten oben gezogen. Fertig.

 

ABER - können Sie das auch den ganzen Tag halten?

 

Wohl kaum. Ihr Gehirn würde nur noch dafür Energie aufbringen müssen, Ihren Muskeln zu sagen, was sie zu tun haben, um gerade zu stehen oder zu sitzen. 

 

Ich lade Sie zu einem Experiment ein.

Setzen Sie sich bewusst gerade hin und überprüfen Sie, wie lange Sie diese Haltung halten können.

Fangen Sie an etwas zu lesen oder am Computer zu arbeiten. 

Nach einer kurzen Zeit werden Sie feststellen, dass Sie Ihre Haltung nicht mehr dieselbe ist, die Sie eingenommen haben.

 

 

Fazit

 

Eine gut trainierte Muskulatur in Verbindung mit einem gesunden Bindegewebe sorgt für die nötige Spannung und Entspannung die auf unser Skelett wirkt. 

 

Eine aufrechte Haltung kann nur dann mühelos gehalten werden, wenn das Grundgerüst, also Wirbel und Gelenke zueinander in richtiger Position stehen. 

Faszien und Muskeln können Sie selbst trainieren. 

Mit der Korrektur von Wirbeln und Gelenken wird es mit der Selbsthilfe schon etwas schwieriger. 

Dazu empfiehlt sich ein kompetenter Ansprechpartner.

 

Falls Sie noch keinen Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens gefunden haben, der Sie adäquat unterstützen kann,

dann freue ich mich auf Ihren Anruf.